Menschen und das Meer (8)

Gedanken über Menschen und das Meer
(24.07.18)

[Perspektiven]

Wenn ich jungen Menschen beinah jegliche Perspektive raube, aber parallel von ihnen verlange, sich bestmöglich zu integrieren, kommt mir das ein wenig so vor, wie wenn ich eine MarathonläuferIn nach dem Zieleinlauf wissen lass, sie muss noch 5 Kilometer laufen. Wird sie es schaffen können? Wird ihre Kraft ausreichen, dass von ihr verlangte zu leisten?

Ich habe mich gestern länger mit einem jungen Algerier unterhalten. Wie er nach Europa gekommen ist, wollte ich wissen und ihn letztlich nach seinen Träumen gefragt. Er sah mich ein wenig irritiert an…. „Träume, Ziele,..? “

Gekommen ist er übers Meer und seine Träume… Er wusste nicht genau was ich meine. Ich habe es ihm sprachlich erklärt. Nein, er hat es sprachlich schon verstanden, nur wisse er nicht, was er für Träume haben könnte… Er ist seit vier Jahren in Innsbruck und erzählt mir ganz nüchtern, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht, ob er in Algerien, Marokko, oder hier in Tirol lebt. So oder so alles scheiße, meint er, weil er in seinem Land null Zukunft hat und hier, hier will ihn offensichtlich sowieso keiner.

Ich habe vor Jahren ein Theaterprojekt verwirklicht, wo es eben darum gegangen ist, die Wünsche, Ziele und Träume von jungen AsylwerberInnen auf die Bühne zu bringen. Es war ziemlich schön und bewegend.

Mein Wunsch: gebt den Menschen die Möglichkeit zurück, ihre Träume und Ziele versuchen zu leben. Gebt ihnen ihre Perspektiven zurück. Behandelt sie mit Respekt!

©hristof

24.7.18 16:23

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