[Mund]Werk

Ich frage bei mir nach
Bin Selbstdenker
Ein Selbstsprecher
Bin mir Ohr
Bin mir Mund
Der Sprache hört
und Laute formt

Ich hör mir aktiv zu
Bin mir Versteher
Nicht selten Zweifler
Mich begreifen
Bin ich‘s mir schuldig
lösungsorientiert
mir Antwort geben?

Als Architekt
im Silbenrausch
zermahl ich Sätze
Zerleg mir Sprache
Der Speichel fließt
Ich schlucke schwer
Erbrech das Wort

Ich sag „ok“
und könnte meinen
ich stimme mir zu
Mich nicht verneinen
Mit mir im reinen?
Schmutzig wär
der Selbstbetrug


©hristof

[zweifelsfrei]

Joseph Künstler
war ein Mensch

Die Tube mit Farbe
Bleistift und Kohle
Blackbox und Licht
Der Stein noch im Fels

Der Farbton auf Holz
Der Graphit zeugt die Skizze
Die Bewegung wiederholbar
Der Meißel gibt Form

Das Ergebnis ist Kunst

Der Mensch führt den Pinsel
Der Mensch ziert das Blatt
Die Menschen erzählen
Ihre Absicht ist kühn

Joseph Mensch
War ein Künstler
Wir alle sind Menschen
Sind Menschen und Kunst


©hristof

Morgen[grauen]

Früher war
Natur vernehmbar
mit mir erwacht
der Vogel sang

Verglühter Tabak
heiße Tasse
Lunge, Magen
der Tag begann

Mix aus Zwielicht
Licht der Sonne
in der Fassung
vierzig Watt

Verblasste Träume
neue Räume
Geist im Wandel
frei von Angst

Frei von Sorgen
sanft die Mimik
mild im Herzen
im Denken reich

Was früher war
wie heut nicht ist
wird im morgen
wieder leicht



©hristof

[ich liebe dich]

Mitte Mai
Anfang September
Muttertag
Im komm zur Welt

Achtundvierzig
Mutter Jahre
Achtundvierzig
Muttertage

Vom Kreißsaal aus
In deine Arme
Dir ganz nahe
An deiner Brust

Deine Milch
Stillt mir den Hunger
Deine Liebe
Nährt Lebenslust

Ob den Säugling
Das Kind, den Schüler
Krank durch Drogen
Geheiltes ich

Mich geliebt
Mich nie verleugnet
Mir stets vertraut
Ich liebe Dich



©hristof

[Begegnung in Prosa]

Alle Wege führen nach…

Wohnst Du in Rom,
dann trägt Dein Ziel
einen anderen Namen
einer ferneren Stadt

Nur ‚ein‘ Weg
führt vorbei
an dir

Ein Glas
das Trennt
Dahinter
stehst du

Schön wie du bist

Gerahmte Silhouette

Was trennt
transparent
Dein Lächeln
verbindet

verzaubert


Mein Weg
führt mich weiter
aus Unsicherheit

Die Begegnung
gescheut
es heimgehend
bereut

Begegnung in Prosa
Verse im Herzen
Ein Gedicht wird gezeugt

Dankbar


©hristof

[Erfahrung

Impuls
Verhalten
Die Augenhöhe verlassen

Emotion
Dich und mich
Aus den Augen verloren

Den Fehler erkannt
Die Zeit bleibt nicht stehen

Ich geb dir die Hand
Ich möcht dich verstehen


©hristof

[Die Sprache pflegen]

Es hilft uns nicht
nur den Verzicht
von derben Wörtern
bösen Sätzen
der groben Mahnung
ihn zu üben

Wenn die Wurzel
dieser Saat
im Denken wuchert
im leichten Spiel
Beton fraß Grünes

Wer mäht die Nesseln
gräbt die Knollen
gräbt aus die Furcht
sät schöne Worte?

Begriffe bohren
ihre Dornen
ins zarte Fleisch
sensibler Menschen

Scharfe Halme
schneiden leise
der Schmerz ist laut
gefärbt von Blut

Von Hass erfüllt
Lianen winden
sich als Strick
dir um den Hals

Nimm den Spaten!
Öffne Böden!
Säe gutes!
Ernte Sprache!

Jeder Tag
ein Ernte-Dank
Mütter, Väter
zeugen Wörter

Gebären Phrasen
voller Liebe
ziehen groß
den sanften Ton


©hristof

[neben]wirkung

was sich denkt
das fühlt man

was man spürt
das schreibt sich

was sich liest
wird erneut erlebt


©hristof

un[sterblich]

Ich sag
es ist dein Haar
das mich bezaubert
den Geist errötet

das zauberhaft
vom Scheitel weg
in Leichtigkeit
auf Schultern fällt

am Körper nah
die Strähnen fließen
Spitzen fallen
sanft zum Schoß

dein Haar, dein Stoff
mein Blick verlegen
Blicke kleben
ich wend mich ab

ich denk du spürst
ich mein dein Wesen
die Form des Körpers
angezogen

was gefällt
diskret verschwiegen
nebst Haut und Haar
bleibt unerwähnt


(für Marita)

©hristof

[haut]verstand

die haut verstehen
ihr körperkleid
den eignen akt
gemalt, gerahmt

liebevoll
sich selbst begegnet
intimes
auf papier gebracht

sich muse sein
den körper zeichnen
körper zeigen
[haut]verstand

selbstverstand
sich selbst verstehen
der skizze folgend
pinsel, hand

den körper zeichnen
den sie kennt
sich nackt und schön
als kunst verstehen

in feinen Zügen
bunten farben
lider fallen
der blick verlegen

die betrachtung zeigt
uns sinnlich offen
uns abgewandt
fragil begehrlich

zeigt verschlossen
verbirgt ganz offen
scheue lust
sensibel ehrlich

(für isabella / für “bodies“)


©hristof

[Menschen]

Mensch in Weiß
Und Mensch in Grün

Mensch in Blau
Trägt blau mit weiß

Trägt weiß mit grün
Und Mensch trägt bunt

Kleiner Mensch
Trägt bunt und small

Großer Mensch
In Jeans in Schwarz

Kluge Menschen
Kranke Kinder

Alte Menschen
Selbe Angst

Gesunde Menschen
Pflegen Kinder

Kranke Alte
gesunde Kraft

Alle sind wir
Gesund wie krank

Jung wie alt
Hier angelangt


©hristof

[...] in arbeit

Portfolio
Denker, Sammler

Momentaufnahme
Inhalt leben

gelebt, geschrieben
Fristgerecht

Im [Titelfeld]
Buch der Seele

Verlagsgebäude
Wasserschaden

Sündhaft günstig
Mängelware

Rarität
weil fehlerhaft

Im Ende offen
Bände fehlen



©hristof

[kein Blatt vorm Mund]

m. Ich bin scheiß…

f. Scheiße sagt man nicht

m. Sagt wer?

f. Sagt Frau

m. Ich bin scheiß einsam.

f. Ich bin auch einsam

m. Ohne Superlativ “scheiß” ?

f. Ohne Mann.

m. Ohne Frau.

f. Wir beide sind…

m. … scheiß einsam.

f. Küss mich bitte!

m. Gegen die Einsamkeit?

f. Für die Lust

m. Brennendes Verlangen

f. Gestillt. Lang, heiß und wild

m. Innig zweisam

f. Zügellos, endlos

m. Jetzt?

f. Ja!

m. und f. …



©hristof

[rebenburg]

Feuchte Wände
Große Räume
Gitter vor den Fenstern
Trotzdem frei

Raufaser Wände
Gemalte Träume
Umgeben von Katzen
Blühender Garten im Mai

Auf eigenen Beinen
Kennen und lernen
Lieben und Tränen
In Summe waren’s vier

Erfahrung erfahren
Binden und trennen
Prägende Zeit
Im geteilten Revier


©hristof

s[ich]erheit

Am Pannenstreifen
des Lebens
verordnete
Auszeit

Kein Antrieb
im Stillstand
Auf der sicheren
Spur


©hristof

[konstant]

Zeit in Bewegung
Subjektiv verronnen
Erleben im Fluss
Gegen den Strom

©hristof

[hohlmaß]

genormtes
füllvermögen

parameter
gemütszustand

ein kilo
wieviel liter?

ein schweres herz
zur gänze leert

das glas
ob halb

ob voll
ob leer


©hristof

leben[Dich]

Beziehungen beginnen nicht erst mit dem ersten Kuss und enden mit dem Tag des Bruch.

Der Beginn einer Beziehung reicht zurück zum ersten Schwärmen und das Ende ist auch fließend. Erinnerungen.

fab.©hristof

[text]il

Manchmal
gleicht mein Geist einer Kiste
vollgefüllt mit Resten
aus Wolle und Hanf

lose Verpackungsschnüre
das Garn Knäuel ist bunt
Unter schlanken Zwirnspulen
eine Traum wird verknüpft

Jeder Gedanke ein Faden
Geschichts Fragmente
aufgetrennte Erinnerung
Ich knüpf ein Gedicht

©hristof

[das vorhaben]

So manchmal nimmt man sich Vorhaben vor und muss sich dann manchmal selbst eingestehen, dass der gedachte Wunsch, die gewollte Vorstellung, nicht immer zur Vollendung reifen darf.

Wieso es sich so verhält, mag viele Ursachen haben. Ich habe darüber des Nächtens ausreichend reflektiert und mir im Zuge einer schlaflosen Nacht, die ersten Textskizzen zu Recht gedacht.
Jetzt versucht, im Zuge des Schreibens, sie mir in Erinnerung zu holen. Habe mir mit müden Augen ein leeres Textdokument geöffnet.

Wie viel ist mir in Erinnerung geblieben?
Welche Gedanken kommen hinzu?
War es wertvoll genug, um es niederzuschreiben?
Usw. / u.s.f.

Manche von euch mögen dies kennen.
Manche von euch, mögen dies vielleicht belächeln (im Positiven versteht sich!)

Die geschulte Schauspielerin und der geschulte Schauspieler weiß, dass das Forum – die vierte Wand, im Grunde nicht weiß, was kommen wird, sofern nicht ein alter Klassiker auf die Bühne gebracht wird und Sie oder auch Er, so dermaßen Textsicher ist, dass Sie oder auch Er, wissen kann, welches Wort wohl möglich fehlen mag, dass der oder die Vortragende, wohl vergessen haben könnte.
Gut, bei solcher Textsicherheit der Zuhörerin / des Zuhörers, müsste Sie oder Er auch nicht im Konjunktiv formulieren.

Du hast vergessen!

Weiß Sie oder auch Er, es dann ganz sicher.

Um verstehen zu können, was ich hier versuche verständlich zu machen, gehen wir gemeinsam zurück zum ersten Satz dieses Textes.

Zitat: So manchmal nimmt man sich Vorhaben vor und muss sich dann selbst eingestehen, dass der gedachte Wunsch, die gewollte Vorstellung, nicht immer zur Vollendung reifen darf.

Wohl keiner von euch, mag vermögen, zu wissen, was ich vorgehabt habe. Vielleicht hatte ich auch von Anfang an nur vor, NUR diesen Text zu bringen, der eben NUR vorgibt, vor etwas zurückgeschreckt zu sein.

Wer weiß.
Vermutlich auch nur ich.

Da ich es aber vorziehe, nicht zu lügen. Ganz sicher nie vor hatte und habe, euch hinters Licht zu führen, darf ich euch sagen, die einleitenden Sätze entsprechen der Wahrheit.

Und wenn jetzt dieser Satz gelogen wäre, der die Aussage in sich trägt, nicht zu lügen, dann wäre…. Ok… genug der Wortspielerei, die in den Schatten – hinter das Licht der Wahrheit führen könnte.

Ihr habt es wohl schon geahnt: Die Ursache lag nicht im nicht wollen, wenn vielleicht ich auch der Fähigkeit fähig bin, das zu tun, was ich mir vorgenommen habe.
Die Ursache lag und liegt im Zweifeln, ob der Fähigkeit fähig, tun zu können, was ich mir vorgenommen habe.
Zweifeln, das Los des tuend wollenden, das Sie oder auch Ihn, so zum Untätigen werden lässt.
Im Grunde genommen ist diese Aussage, die einer Reflexion folgt, nicht wirklich zutreffend.

Warum nicht?
Weil es im Grunde ganz wenig vergleichbare Denkprozesse gibt, die so intensiv zu sein scheinen, wie das Zweifeln.

Zweifeln bedeutet sehr intensives Nachdenken.
Sehr intensives Nachdenken, bedeutet Reflexionen anstellen.
Reflexionen anstellen, so steht es im Ankünder.

Der Ankünder.
Der Text mit Bild, der ein Vorhaben ankündigt.
Die Veröffentlichung des Ankünder.
Jener Moment, wo das Zweifeln seinen Höhepunkt erlangt.
(...auch, ob der Ankünder treffend und stimmig von mir gestaltet wurde.)

Wenn dieser Zenit des Zweifelns dann kommt, legt die oder der Zweifelnde, sein gesamtes Gedachtes, Gewolltes, Gewünschtes, letztlich Geschaffenes, auf den Prüfstand. Das Zweifeln, das die feinste, aber auch die schärfste Klinge führt. Die Vorhaben, auf den Seziertisch des Zweifelns gebettet. Gedachte Schweißperlen bahnen ihren Weg in die davor gefühlte Zuversicht.

Würden wir wieder ganz zurück zum Anfang gehen, oder auch nur zum Zitat – zur wiederholten Variante, meiner ursprünglichen Aussage, wo das Vorhaben zur Erwähnung gelang, wäre es fast sträflich, hier die Angst – respektive die Befürchtung, unerwähnt zu lassen.

Die Angst vorm Scheitern, die kennen vielleicht manche von euch. Sie ist bestimmt nicht nur mir bekannt und geht mit Zweifeln im Denken, Hand in Hand.

Es ist bei mir, und das klingt vielleicht paradox, die Angst vor dem Gelingen, die mich hemmt, mich bremst, mich oft selber nicht er-kennen lässt.

Es kommt eine Idee, die sich so harmonisch anfühlt.
Ich spüre: Ja, so kann es gehen. Das ist gut. Usw. u.s.f. .
Und dann kommt sie, die Angst vor dem Gelingen.

Nein, hier wird von mir nicht gewollt, ein Kompliment zu fischen. Obwohl – und dies ist bitte nur metaphorisch zu verstehen, das Angelgerät habe ich stets bei der Hand.

Ist es nicht so, dass die Anerkennung und der feine Zuspruch, dem Salz in der Suppe gleicht, dass die Seele würzt, so dass sie schmeckt und die Angst des Zweiflers nicht bitter an den Mundwinkeln klebt - die Sorge verschmäht zu werden. Das, was geschaffen wurde, um zu gefallen, nicht reicht. Nicht gefällt. Nicht ankommt.

Ja, um zu gefallen! Ich möchte ankommen. Ich möchte, dass es gefällt.
Ich bleibe meinem Credo treu! Dem Credo, euch nicht hinters Licht führen zu wollen. Die Wahrheit ist, ich möchte erfolgreich sein. Ein Erfolg, der nichts, aber auch schon rein gar nichts, mit Bares und Münze zu tun hat.

Auch hier ist der Zweifel gegenwärtig, ob dieser Text …und „Petri Heil“

Bevor ich im Anschluss aus meinen Gedichten lesen werde, vielleicht noch ein paar Verse, die ich unter dem Titel - „Gedankenfetzen – unsortiert“, vor ein paar Tagen auf einen Zettel gekritzelt habe. Die auch diesem Text vorausgegangen sind.

Aber beinah hätte ich‘s vergessen. Vielleicht auch gar nicht mehr des Erwähnens wert.

DAS VORHABEN!

Wenn ich mich so umblicke, auch neben mir die Botschafterin betrachte (noch ohne Namen), frage ich mich und gebe diese Fragestellung auch rhetorisch an euch weiter:

Welcher kreativen Passion ist Anni gefolgt, als sie Dich geschaffen hat

Nach welchen Kriterien wählst du aus, liebe Monika, wenn du durch die Linse blickst?

Liebe Teona, deine Bilder, so wunderbar! Sind sie für dich schön? Natürlich! Sonst würdest du sie nicht malen.

So wie bei dir liebe Anke. Norbert. Axel. ...Eure Bilder sind schön und voller Aussage.

Dein Film, lieber Jürgen…

Könnt ihr meinen Gedanken folgen. Ihr müsst nicht antworten.

Danke!

(einleitender text:lesung

©hristof