[comeback]

Zurück in die Spur
Hand aufs Geländer
dein Mut
trägt Hosenträger
dein Gurt
am Hosenbund
ins letzte Loch
zurückgeschnallt

Formverloren
Symptom der Zeit
das Ende sieht
den Anfang nicht
mask to mask
Stoffvisagen
face to face
im neuen Licht

(heb die Braue
wenn du bereit)

©hristof

[Moment]

Leben
im Stillleben

Polierte Äpfel
polierter Becher
für die Asche
Stock
statt Vase
holzgetragene
Motive

Im Nachtschatten

©hristof

[verhältnisse]

ein leerer kopf
ein volles blatt
ein voller kopf
kein vers
kein wort

das motiv
vom leeren blatt
bemüht gewählt
vom menschen
der nicht schreibt

füllt bereits
den halben bogen


©hristof

[Stille]

Die Erde schwitzt
und stöhnt
Gletscherbilder
für Morgen
museumstauglich
hinter Glas
drapiert
BesucherInnen
staunen online

Die Kunst im Freeze
weiß nichts
von Sunset Klausel
das off
breitet sich aus
übernimmt
das ganze Haus
die ganze Stadt
das ganze Land

Vorhang


©hristof

ana[logisch]

die herde wächst
beim vollen trog
vorbei
mit haareraufen
berührungs
intensive
zeugungsakte
ein frevel wärs
sie online taufen

blau und rosa
wächst heran
schließt die laptops
public learning
die kinder wollen
gemeinsam
spielen

©hristof

[alle sinne beisammen]

eins – eins
ich kann dich sehn
zwei – zwei
dich gut verstehn
drei – drei
dich fast berührn
vier - fünf
nase mund
möchte wieder
alles spürn


©hristof

[Abnormalität]

Es fühlt sich falsch an
neuerdings aufzuwachen
wenn der halbe Tag
vorbei
verschlafen

es fühlt sich falsch an
wenn deine Pläne
für den Tag
sich nicht mehr daran orientieren
den Tag zu gestalten
sondern ihn zu bewältigen

es fühlt sich falsch an
wenn du einkaufen gehst
du auf der anderen Seite stehst
und du der bist
der wenig heldenhaft
Konsum
nur konsumiert

es fühlt sich falsch an
während sich Menschen
für Menschen aufopfern
du dich
beinah egoistisch
nur um dich kümmerst

es fühlt sich falsch an
auch wenn es dir
als richtig verkauft wird
dich zu isolieren

es fühlt sich so vieles falsch an!

©hristof

künstlerin
künstler
kunstvoll
kunstleer

künstlehrin
künstlehr
kunst lässt sich nicht lehren
kunstleere lässt sich spüren


©hristof

[freie ressourcen]

praktizierender denker
zeitatmer
die saugfähige seite des lebens
bleibt ungesättigt

die gegenwart
mit offenen poren
die vergangenheit
bleibt erinnerungsfähig


©hristof

[zwei]spurig

Ich kann, kommunizieren können
nicht alles kommt an
nicht alles begriffen
nicht alles begreifen
nicht alles verstehen
wollen

©hristof

[lernprozess]

die weltgemeinschaft
lässt sich belehren
wird flächendeckend
konditioniert

in neuer sprache
kommuniziert
uns mit bildern
piktogrammisiert

wann darf ich gehen
wo bleib ich stehen
wie saubre hände
singend entstehen

menschenleben
bewusst zu retten
im distanzierten
vorüber gehen

bewegungsdaten
rechenmodelle
wenns hilft ist gut
wenns bleibt…

wir spielen mit
doch das vertrauen
von uns geschenkt
verletzt es nicht


©hristof

[es is gnua]

i hob di schnauzn voll
und di maskn drüba
mei geduld am reißn
es gummiband spannt
mei horizont
wia scheuklappn
mir reichts
di maskn net
offensichtlich
a schlechts johr dawischt

©hristof

[sehen]

Ich blicke in den Spiegel
und nehme mich als Bild wahr
ich halte den Atem an
und friere es ein

Lesen kreiert Bilder im Kopf
alte und neue Medien
bringen Bilder vor meinem Auge
zum Tanzen

Zurück zum Spiegel
zurück zu meinem Bild
längst fließt der Atem wieder
die Mimik aufgetaut
und trotzdem
bleibt etwas kühles
in meinem Bild

Die Wahl der drei Bilder
Reflexion
Kopf
und Konserve
reicht längst nicht mehr aus

Ich muss sie nicht sprechen
ich muss sie nicht hören
ich muss sie nicht greifen
längst habe ich begriffen
Ich muss sie sehen

und womöglich
erlebe ich deren Begegnung
wenn meine Augen
längst wieder geschlossen
im Traum

und morgens
wenn ich meine Augen wieder öffne
hole ich mir
mein eigenes Bild wieder ab


©hristof

[augen]

der hehre wunsch
sich zu verlieben
trotz abstandsregel
trotz viruszeit

trotz mns
trotz weitem bogen
das pheromon
kontaktbereit


©hristof

[Es sind Menschen, die Dich brauchen!]

Österreich
du stolzes Land
sozialer Staat
vermögend reich

in schwerer Zeit
ganz nah beim Volk
in fetten Lettern
hilfsbereit

wann werden schlagend
deine Zeilen
wann greift die Hilfe
die du versprichst

wann holst du Menschen
von den Inseln
gibst ab von dem
was du besitzt

deine Sprüche
mutieren zur Phrase
im Medium
der Druck verblasst

sind Frauen und Kinder
junge Männer
Alte, Kranke
dir solche Last?

©hristof

[freiheit]

wer mich besucht
bestimmt nicht ihr
frei von scham
im jetzt und hier

wer mit händen
nach meinen greift
mit offenen armen
mich ganz erreicht

unbewusst
bewusst erfahren
die lust ein meer
mehr nähe wagen

der traum ist mein
ihn mit dir teilen
zu zweit bereit
umarmt verweilen

©hristof

[Gedanken über drinnen und draußen...

Die Flucht nach draußen antreten
weil der knappe Laufmeter
des angemieteten Eigenheimes
mir meine Grenzen aufzeigt
und da spreche ich nicht nur
von geographischen Rahmenbedingungen
im Minikosmos-Format

Der Flucht nach draußen
folgt spontan ein Gefühl auf den Fuß
bringt grenzwertiges Verhalten ans Tageslicht
der Weg unter der Sonne
das Gehen in Freiheit
- im Schlepptau
ein chronisch schlechtes Gewissen

darf ich...?
darf ich wirklich?
wie lange...?
wie lange darf ich?

Ich lausche dem Rascheln im Laub
lenke mich ab
blende aus
und weil Trotz
ein Teil meines Wesens ist
erforsche ich weitere Wege
und versuche meiner Emotion
zu trotzen

Ups!
aus der empfohlenen Stunde
wurden drei

Morgen werde ich wieder
die Flucht nach draußen antreten
...wollen?
...müssen?
…dürfen?


©hristof

[danke!]

die gesellschaft ist
geschlossen einig
global erkannt
das heldIn werk

vom mangel an
respekt bereinigt
kämpft frau und mann
uns übern berg

©hristof

Kontaktdiäten
Herzen knurren
voller Liebe
Hunger spüren

©hristof

[einsame schönheit]

terra mater
still und zufrieden
archaische sehnsucht
lieblich begehrt

prall ihre lungen
reif ihre knospen
blühende kleider
sich leben vermehrt

©hristof