[Dich denken...

Ich denke an einen Menschen
Und möchte Ihm schreiben

Aber was?

Was will Er lesen?
Und Sie?
Wenn der Mensch
eine Frau?

weiß Sie‘s genau?

Jemanden schreiben
Heißt an Ihn denken
Und les ich von wem
Sind logischer weise
meine Gedanken
bei dem

Bei dem…

Drum reicht oft ein Wort
Ein ehrlicher Satz
Die Botschaft von mir
an Dich
wurde und wird
letztlich gedacht


©hristof

[un]

Es ist so eine Sache
mit der lieben Geduld.
Ist sie nicht gegeben,
ist gut sie erkennbar
durch die Vorsilbe [un]

Und wäre sie mir
Im Alltag vertraut
Würden diese Zeilen
aus Silben und Sätzen
hier zum Text nicht gebaut

Die Geduld
braucht Geduld
Um mit ihrer ‚Schwester‘
erkennbar am [un]
zu ko-existieren
sich wechselseitig helfen
beim gemeinsamen Tun

Ihr geduldig begegnen
Nicht sie verteufeln
auch wenn ihre Präsenz
ist selten ein Segen

Das Verhalten mit [un]
kommt auch beim Schreiben
zum tragen
„braucht‘s noch einen Vers?
Hab ich genügend Geduld? „

Ach…
Ich teil meine Gedanken
mit euch
und den andern
Wär’n uns später befragen
Die Schwestern und ich
Weil grad jetzt
Ist gesagt
was ich wollte
Euch sagen

©hristof

[Liebe und Vertrauen]

Wer liebt
vertraut auch

Dem Menschen
den man liebt
will man auch vertrauen


©hristof

[legaler mensch...

legal in Liebe gezeugt
legal aus Liebe geboren
legal in Frieden ruhen

legaler Mensch

legal in Liebe gezeugt
legal aus Liebe geboren
legal ...

("kein Mensch ist illegal")


©hristof

[Schutz]

Wir brauchen die Angst fürs Leben,
um nicht zu sterben.
Wir brauchen das Glück fürs Leben,
um nicht zu leiden.
Wir brauchen die Liebe fürs Leben,
um lieben zu können.

Und wir brauchen manchmal Schutz,
im und fürs das Leben,
der uns auffängt und trägt.

©hristof

[Ausgleich]

Dünne Haut
unter dünnem Fell
Aus feinen Poren
transpirieren Emotionen

Im Schweiße der Gefühle

Was kühlt hier wen
und wen mit was
Triefende Sorgen
den Gemütszustand?

Du bist nicht Hund
und bist nicht Löwe
In Beinen steht es
vier zu zwei

Wer jagt wen?
Wer wird zur Beute?
Siegen
letztlich der
der auf’s Schwitzen
sich versteht

Wie ein Fisch im Wasser

Wie die Forelle
im salzigen Meer
Wie ein Hund
der sein Hecheln verlor

Der Urwald heiß
Primaten schwitzen
verätzte Kiemen
Der Fisch hat angst

Die Evolution stahl mir
mein dickes Fell
doch die Bäume blieben
Die Flucht nach oben
weil dem Klettern fern…

Chancenlos!


©hristof

[to do]

frag Dich
kenn Dich

sprich Dich
hör Dich

sorg Dich
fühl Dich

prüf Dich
korrigiere Dich

lebe Dich


©hristof

was mich heute traurig und tief nachdenklich gestimmt hat

Zitat: „In Syrien soll der Friedensprozess wiederbelebt werden“ (Ö1)

Dass diese Aussage mir und ganz, ganz vielen Menschen aus dem Herzen spricht, muss nicht extra betont werden. Und dennoch hat diese Formulierung etwas mit mir gemacht, denke ich an die unzähligen Opfer, die niemand mehr wiederbeleben kann.

[in eigener Sache]

Selbstmitleid
hat etwas Gutes
wenn sonst niemand
dich bedauert

bist ironisch
mit dir selbst
kaschiertes Leid
dich Schmunzeln lässt

Dir deine Sorgen
als Spaß verkaufst
Befreiend lachst
dem Witz vertraust

Ich kenne mich
In Angst und Glück
Verdränge auch
wenn ichs vermag
den Schmerz
zurück
ein Stück

verrückt
nur der
der es nicht wagt
seinen Seelenspiegel
nicht hinterfragt


©hristof

[Es war einmal...

Es war einmal eine bunte Familie, die lebte in einem bunten Land, das reich war an sozialer Gerechtigkeit und toleranten Menschen.
Es war ein herzliches Land, das in den schönsten Regenbogenfarben leuchtete, lebte und liebte.
Sie lebten dort Tag ein und Nachts aus - zufrieden und glücklich. Ganz so wie die Menschen es wollten: liebevoll Hand in Hand.

Gemeinsam lebten und liebten sich dort Mann und Mann, Frau und Frau, Mann und Frau, Kind und Kegel…
es war ein schönes Land, wo Frau und Mann die Moschee und die Kirche nicht im Dorf lassen mussten. Wo Vielfalt und Buntfalt, so wie die Falten der Alten und das Grinsen der Jungen immer Platz hatten.
GEMEINSAM Platz hatten.
Es war ein wunderbares Land.

Das erzählte ich zwar schon.
Aber kann Mensch und Baum zu oft vom Glück und der Liebe erzählen? Wohl kaum.

Doch eines bunten Tages – der Himmel leuchtete wie immer in seinem schönsten Blau, passierte etwas sehr tragisches.
Für so manches schwule und lesbische Pärchen kam es vielleicht nicht ganz unerwartet.
Auch der einen oder anderen Hetero-Liebe schwante etwas. Doch sie hielten mit ihrer Vermutung nicht hinter dem Berg der Brüder Grimm, sondern vor dem Gebirge der Angst.

Sie wollten es wahrscheinlich nicht wahrhaben und schwiegen,
weil sie ihre Mitmenschen nicht verunsichern wollten.

Was war geschehen?

Eines Tages musste das leuchtende Blau des Himmels plötzlich weichen. Der sonst so gern lachenden Sonne verging ihr Lachen, denn am Horizont tauchten schwere, bedrohliche, türkise und schwarzblaue Wolken auf.
Nicht schnell, sondern Kurz und strachig, brachen sie über das bunte Land herein.
Es war ein Alptraum, der sich unmenschlich und unsozial ausbreitete.

Die Menschen wussten nicht so recht wie ihnen geschah, denn es geschah etwas furchtbar rechtes. So rechts, dass es plötzlich kein Links mehr gab und auch die Mitte mit Vorsatz nach rechts zog.

Das offenherzige Kollektiv, das schon von Haus aus immer innig miteinander verbunden war, rückte noch enger zusammen.
So eng, dass kein Haar mehr zwischen ihre verschiedenfarbige Haut passte.
Der Himmel wurde immer schwärzer und türkiser. Es war nicht das gewohnte Türkis, das sie sonst so liebten.
Es war ein teuflisches Türkis, dass Kurz und strachig und angsteinflößend über sie hereinbrach.

Was konnten die bunten Menschen dagegen tun?
Ihr ahnt es wohl schon.

Sie rückten noch näher zusammen.
Sie umarmten und liebten sich.
Sie hielten und trösteten sich.
Sie trotzten mit ihrer Geschlossenheit dem unmenschlichen Horror. Sie waren EINS.
Und sie blieben EINS!

Der bedrohliche Himmel schien das zu bemerken und wie durch ein Wunder verzogen sich die grausamen Wolken.
Der schöne blaue Himmel kam langsam wieder zurück.
Die Sonne begann langsam wieder zu lächeln.

Bald war das Land wieder so bunt und froh, wie eh und je.

Und wenn sie nicht gestorben sind, lieben sie sich noch heute -
unter dem bunten Himmel – im bunten Land.


©hristof