[Abend]Gedanken

Manchmal
ist alles
ein wenig zu viel
und vom Andern
wie gewohnt
viel zu wenig
und dazwischen…

Mein Hirn
windet sich
Emotionen
schütten sich aus
fragil
aber auch dankbar
solche Momente
erleben zu dürfen

Nie zum weinen in den Keller gehen muss
aber auch Tränen vor Glück vergießen darf

©hristof

Erd[bewegung]

Körper im Raum
mit einem Knaller geboren
einer von vielen
heute Erde genannt

Masterpiece Gottes
Hoch-, und Tiefbau in Schichten
sieben Tage geschuftet
in Rekordzeit entstand

Wunder des Lebens
Darwins Erzählung
aus Elementen geformt
das fruchtbare Land

Die Schöpfung als ganzes
durch Götter verkörpert
Naturphänomene
in heiliger Hand

Ob galaktisches Wunder
oder göttlicher Plan
längst steht uns das Wasser
und es steigt und es steigt ...

Die Zukunft unserer Kinder
unsere Heimat für alle
I wünsch mir von Herzen
dass ihr’s net vageigts

©hristof 

[worst case]

Würde ich nie zweifeln
wäre ich wohl immer sicher.
Wäre ich immer sicher
würde ich träge werden.
Weil es wohl nichts mehr
zu überprüfen gäbe.
Kaum mehr etwas
von mir
überdacht werden müsste.
Ich hätte und bräuchte
keine Ideen mehr
weil bereits alles
hundertprozentig vorliegen würde.
Bräuchte es diesen Text überhaupt
wenn ich nie zweifeln würde?
Zweifelsfrei
nicht leicht zu beantworten.


©hristof

[Symbolisch, verschnüre ich meinen Rucksack]

Der noch leere
- mit Erkennung
zwanzig-zwanzig
steht weit offen
- aufgeschnürt
im offnen Leben.
--------------------
Zwanzig-neunzehn
reih ich ein
in die Etagen
jüngster Tage
vergangener Jahre
wo linear
dann aufgestockt
der Raum der Zeit
aller Momente
die erlebt, erfahren
- ausgestanden
hier im Rucksack
Heimat fand.
--------------------
Dort abgelegt
manch hartes Los
teils ausgestanden
neu erlebt.
Geträumtes Glück,
ich weiß wo suchen
schönes wird
dann frei-geschnürt.
Tintenspuren
stumpfe Minen
Kohle-Zeugnis
Textfragment.
Duplex printing
Bäume sparend.
Puls der Zeit
- Maschinentext.
Vom Glück erzählt
auf Bild gebannt
in bunten Farben
schwarzen Tönen
aus negativ
wird positiv.
Meist bleiben auch
noch freie Ränge
nicht ausverkauft
das alte Jahr.
Das unerfüllte
war vertagt
Erinnerung
an unentdecktes
der freie Platz
bleibt unberührt.
In dem sich auch
Vergessen türmt.
Auch freigelegtes
frisch zugedeckt
- bedeckte Scheu
in Sachen Angst
hinzugefügt.
--------------------
Vom Geist der Zeit
in Staub gehüllt
ich schließe ab
bereit für Neues
ich öffne mich...


©hristof

[Fühlstoff]

Es ist ruhig
Zu ruhig

Stille

Erinnerungen:
Kakophonie
Wörterrausch
Gespräche aus Liebe

Stille

Erinnerungen:
Ich höre dich lachen
Ich sehe dich tanzen
Stecken Köpfe zusammen

Erinnerungen
Gedanken voll Liebe
füllen die Stille

©hristof

[Die Liebe]

Die Liebe ist
ein großes Haus
mit offnen Türn
und offnen Fenstern
wo alle Menschen
die drin wohnen
Ihr offnes Herz
ganz offen zeigen.

©hristof

… für meine Nichte Victoria.
Danke, dass ich in Deinem Haus wohnen darf!

hoch[druck]

Langsam
bricht die Decke auf
die letzte Front
der letzte Sturm
das Firmament
zeigt blaue Risse

Zu Ende geht
das Tête-à-Tête
aus Gram und Sorgen
Angst und Bang
der Kopf wird frei
die Stimmung hell


©hristof

[schreiben]

Das Schlichte lässt sich
schlicht beschreiben

weichen Formen
sanfte Zeilen

Kühle Körper
kalte Sätze

Inhaltsreiche
Prosatexte

©hristof

[sturm vor der ruhe]

hochfrequent
vertrauter rhythmus
pochend klopfend
eilig schlagend
lebensbass
pulsierte adern

das dasein kennt
kein wenn und aber
ruhe strömt
erwacht nur leise
guten morgen
lebensreise


©hristof

[gedanken]

Gedanken über Armut, Hunger und Kälte kommen gut ohne ein Versmaß aus. Die Schönheit der Lyrik und Zeilen aus Wut und Betroffenheit, können natürlich zu- und miteinander in Beziehung treten und doch empfinde ich dann die Ästhetik irgendwie fehl am Platz, wenn ich mir den Frust von der Seele schreib.
Auf, es tut mir im Herzen weh, braucht es keinen Reim. Oft nicht einmal ein Blatt Papier oder ein leeres Textfeld.

Tun statt schreiben, möchte ich und lass besser die Gedanken bei mir.

Ich frag mich besser, wo ich anpacken könnte. Wo ich die Energie, die ich sonst fürs stilistische Prozesse aufbringe, in reales Helfen stecken könnte.

©hristof

[gedanken]

Es braucht nicht immer die Sonne
Meist ist es dann auch dunkel
Nicht immer nach physischem Verständnis

Sie sind dann gegenwärtig
und Mensch muss dann schon sehr viel Energie aufbringen
- gehörig Anlauf nehmen
um über sie
über die Schatten
springen zu können.

©hristof

[lux]

Das letzte Tageslicht
ist im schwarzen Samt der Nacht
leise versickert
Die letzten geworfenen Schatten
zu ihren Wirtskörpern
heimgekehrt
Die künstliche Lichtquelle
wirft neue Schatten
In erhellter Nacht
entsteht ein Text

©hristof

[vakraumpft]

tua nix wolln
a wan dei hirn
am übagehn
den stift valaungt

sog na zu dir
gib dir net noch
bleib anfoch stü
nix wird vasamt

doch plog die net
nix tuan is schwar
bevors di zreisst
schreib wos du kaunst

©hristof

20. November [internationaler Tage der Kinderrechte]

Hätte ich Arme, so lange, dass ich jeden Punkt der Erde erreichen könnte, ich würde jedem Kind die Hand reichen wollen, das Schutz und Hilfe braucht und das sich nach einer schützenden Hand sehnt.

(c)hristof

[die löwin]

ich rufe deine bilder auf
ich blick zurück
in die momente
wo mein herz
mit scheuer geste
durst geplagt
sie aufgesogen

wild und sanft
ist mein bedürfnis
wild und sanft
bleibt unerfüllt

ich hol mir deine bilder her
gedankenfundus
wenn die lust
nach hautkontakt
nach leiser nähe
dein atem streichelt
meine seele

sanft und wild
laut und leise
ruhig und schnell
berührungsreize

©hristof

[splitter]nackt

eine hand voll notizen
doc.: “unbekannt”

geparkte gedanken
zeugungsakt

in der ausführung
mir widersprochen

beim schreiben
mir widerschrieben

nullen und einsen
wort und sinn

löschblatt versus
tastatur

statt mich barfuß
zu bewegen

tippte ich gedanken
in festem Schuhwerk


©hristof

wo geht die zeit hin während wir [warten]

mein timing
war schon mal besser
und dann
wenn es besser war
empfand ich es
als großes glück
dann
wenn ich am weg
dem temporären ziel
entgegen
trotz sehschwäche
die einstelligkeit erkenn
wenn auch verschwommen
wird erkennbar
dass die zeit
die mich ungefragt
zum warten nötigt
im rahmen bleibt.

mein timing
war schon mal besser
von der haltestelle
geht eine stille aus
bei mir
kommt ein gefühl an
das mich zögern lässt
jetzt
seh ichs genau
achtzehn minuten
wartezeit
die stille bricht
ich nehms willkommen
acht schwarze spuren
am tage schwarz
das auto rot
die fahrbahn trägts
geräuschvoll ostwärts
….
sechzehn minuten
die zeit wirkt schläfrig
das warten bleibt

©hristof

[Zusammenführung] ...vom Denken überholt

Das Denken gibt
als Erst erwachte
im Lebensspiel
dem Leben Raum

Der Kopf soll hoch
das Bein muss raus
im Liegen schreibt sich
nur der Traum

Mobilität
als Lenkmotiv
Gedanken schulternd
Beine lenkt

Gleich auf gleich
wohl nur der Schmerz
der volle Geist
am Nacken hängt


©hristof

[Ich schrei]

Wäre ich ein bildender Künstler
- die Aussage
die ich zu treffen hätte
ließe sich möglicherweise
in einer einzigen Betrachtung vermitteln

Ich denk an Edvard Munch
und weiß für mich
das der Leserschaft
mit einem einzelnen Wort
dem geschriebenen „Schrei“
nicht geholfen sei

Wer schreit und warum?

Ist es der Schrei ins Leben
- das Neugeborene
macht unmissverständlich klar
„ich bin da“

Ein Schrei
positiv und laut
energisch und bestimmt
der Leben retten will

Ein Schrei
der im Halse stecken bleibt
und auch nur dann
Gehör erlangt
sind weitere Verse bekannt

Ich schrei und schreib
was ich kann
schrei Geschriebenes
leise in meine Hand

©hristof

Selbst[verteidigung]

Mea Culpa
Schuldzuweisung
Selbstmitleid
die Opferrolle
mein Mandat
ich nehm es an
im Kreuzverhör
Beweisaufnahme

Ich hör zu
was ich mir sag
goutier den Antrag
Denkrecherche
Kaffeesudlesung
Löskaffee
am Boden klebt
ein kleiner Rest

Das Kristall
die Kugel blind
die Erzählung
matt verschwommen
gewohnt beklommen
zurück zum Start
bezieh ich Platz
ich zähle mich ein

und „los“


©hristof