[unwetter]

Wenn Erinnerungen wie Sturmfluten hereinbrechen
und die Dämme des versuchten Vergessens, einreißen

sie spülen Segmente frei
welche abschnittsweise
schmerzliche Einschnitte verfugten

es löst sich
was gelöst gehört
und ich hör hin…
hör in den Sturm
rein, in die gedachte Sprache

taub möcht man sein
blind und wasserfest

es kümmert die Erinnerung kaum
wohin die Sinne taumeln
wenn der Verstand verschwindet
und gebrochen wird
was gebrochen war

audio

©hristof

[fassungslos ...

Es wurde eine leere Eierschale zertreten. Das Küken war längst geschlüpft.

Das Schneckenhaus war glücklicherweise unbewohnt, als der Schuh es unter sich zermalmte.

Puppe, du fliegst längst. Ausgestattet mit Flügel,vor himmelblauen Hintergrund. Dein abgelegtes Kleid, zerfällt zu Staub.

Ein zerstörtes Verkehrsmittel, der Schmerz tropft in den Wüstensand ...die Kinder, bleiben auf ewig Kinder. …


©hristof

[spektrum]

Stimmungsbilder
als Negativ
spiegelt die Farben
färbt Gemüter neu

dein Bild im Spiegel
doppelte Bejahung
im Richtungschaos
verliert sich die Angst

©hristof

[denkfalten]

Man denkt und um sicher zu gehen, für die etwaige Möglichkeit, dass die Gedanken nicht spürbar übertragen wurden, versendet man sie als Textnachricht. Früher Gedachtes, sicherte man mit einem Brief ab. Ich denke, ich bleib beim Denken.


©hristof

[in gedanken]

Bei Menschen, denke ich an Menschen.
Bei Kinder, denke ich an Kinder.
Im Frieden, denke ich an Glück.
Denk ich an Krieg, denk ich an Menschen und Kinder
und hoffe auf Frieden!


(c)hristof

998

seite an seite

gedanken neben gedanken

spürbar wird

was hörbar ist



(c)hristof

Bunterland

Herzen
und Häuser
Häuser mit Herzen

Blumen im Regen
bunt,
spannt sich der Bogen

eine Sonne die lacht

Spiralen
wie Schnecken
Soldaten
mit Bart

goldgelbe Sterne
auf grünem Papier
tscherkessisches Volk
eure Fahne ist hier

Bäume voll Kirschen
lila Blüten,
im Schwarz

das Rot geht uns aus

Familien
Kinder mit Kindern

kleiner weißer Fisch
findet mit Mama
als Aquarell
nach Haus



©hristof

[leben

nicht jede geschichte
steht in sätzen geschrieben
und nicht jede hoffnung
gleicht einem traum

nicht jedes gefühl
entspricht einer eigenschaft
und das wort dafür
man kennt es kaum

nicht jede angst
lässt glieder schauern
und nicht jede träne
verlässt dein gesicht

nicht jedes gehen
erreicht sein ziel
ich nenn es leben
nein, ich scheu es nicht



(c)hristof

[gegenwart]

Angst vor Lob
vor der Nahrung
die Erwartungshaltung nährt

Angst vorm Scheitern
vor dem Hunger
Anerkennungslos zu sein

Mut fürs Ziel
den Visionen
(T)raum zu schenken

Mut als Probe
im Versuchen
(T)räume teiln



(c)hristof

[loslassen]

ein Wort
ein Satz
der Beginn
einer Geschichte

ein Gedanke
eine Träne
der Moment
wo du weinst



©hristof